Trockenheit beherrscht den Ertrag
Dieses Jahr ist erneut von Trockenheit geprägt. Die Ernte hat zwei bis drei Wochen früher stattgefunden. Die Getreideerträge sind geringer ausgefallen. Kartoffeln, Mais und das Grünland leiden deutlich unter Wassermangel.
Das Schaubild des Deutschen Wetterdienstes zeigt beeindruckend die Veränderungen des Klimas in den letzten fünfzig Jahren.
Die Landwirte müssen und können reagieren. Es gilt, die Vegetation mit dem vorhandenen Wasser, den Trockenperioden und den Starkregenereignissen zu managen.
Ziel ist ein garer Boden, der das Wasser wie ein Schwamm aufnehmen, halten und bei Bedarf wieder abgeben kann. Dieser gare Boden wird durch eine standortangepasste Grunddüngung, eine angepasste Bodenbearbeitung und den Anbau von Zwischenfrüchten erreicht.
Schauversuch mit Nebeneffekt

| Bodenart: pH Wert: freier Kalk: | sL, uL, L 6,5 – 6,9 EUF nein |
| Vorsaatkalkung: Saatzeitpunkt: Bild: Niederschlag: Simulation: | 23.03.26 4500 kg CaO / ha Branntkalk oberflächlich eingearbeitet 23.03.26 22.05.26 98 l/m² zwischen Saat und Bild 40 l/m² innerhalb 10 min |
Vergleichbar mit der oberflächlichen Verschlämmung wird auch im Wurzelhorizont der Oberboden verschlämmt. Die feinen Bodenteilchen fallen zusammen und bilden einen kompakten, dicht lagernden Bodenkörper. Die Wasseraufnahme und der Gasaustausch sind nur noch bedingt möglich.
Wie Kalk diesen negativen Einfluss verhindern kann, zeigt ein aktueller Schauversuch der LfL Karlstadt aus diesem Frühjahr.
Der Schauversuch wurde an einer erosionsgefährdeten Hanglage zu Zuckerrüben angelegt. Der 80er-Boden wird schon seit mehr als 20 Jahren pfluglos bewirtschaftet. Die Nährstoffversorgung ist in den Stufen C nach VDLUFA ausgeglichen. Der pH-Wert ist mit 6,5 bis 6,8 nach EUF in Ordnung. Freier Kalk ist nicht vorhanden.
Es gab vier Varianten mit dem ursprünglichen Gedanken, die oberflächliche Verschlämmung zu testen: feines Saatbett, grobes Saatbett, Branntkalk, Kompost.
Durch Kalk wird die Bodengare stabilisiert
Zur Demonstration der Kalkwirkung wurden am 23.03.2026 4500 kg CaO/ha in Form von Branntkalk ca. 5 cm (fünf Zentimeter) tief von Hand eingearbeitet. Ebenfalls am 23.03.2026 wurden die Zuckerrüben gedrillt. Die Demonstration der Regenverdaulichkeit fand acht Wochen später am 22.05.2026 statt. In diesen acht Wochen sind 98 l/m² Niederschlag gefallen.
Zur Demonstration wurden ungestörte Bodenkörper ausgestochen und mit Gefälle in den Regensimulator eingespannt. Mit 40 l/m² Niederschlag innerhalb von zehn Minuten wurde ein Starkregenereignis simuliert. Dabei hat die Branntkalkvariante die gesamte Wassermenge aufgenommen und nach unten abgeleitet. Der Boden ist nicht verschlämmt. Es kam nicht zu einer inneren Erosion. Die Bodengare blieb erhalten. Diese Wassermenge steht in den nächsten Wochen der Vegetation zur Verfügung.
Maßnahme und Wirkung
Das feine und das grobe Saatbett zeigen ähnliche Ergebnisse. Ein Teil des Niederschlags floss oberflächlich ab, ein Teil wurde vom Boden aufgenommen und erhöht die nutzbare Feldkapazität.
Bei der Kompostvariante befindet sich in der Summe weniger Wasser in den beiden Messbechern. Der Kompost hat den simulierten Niederschlag wie ein Schwamm aufgenommen. Da der Kompost für diesen Schauversuch nur oberflächlich aufgebracht wurde, wird das Wasser nicht in den tieferen Wurzelhorizont vordringen. Es wird verdunsten und steht der Vegetation größtenteils nicht zur Verfügung.
Fazit
Wasser ist und bleibt der begrenzende Produktionsfaktor. Die Jahresniederschlagsmenge bleibt relativ gleich. Innerhalb der Hauptvegetationszeit regnet es weniger und, wenn, dann heftig. Die Böden sollen wassergesättigt aus dem Winter kommen. In der Vegetation muss der Boden sämtlichen Regen aufnehmen.
Dazu ist ein offenporiger, garer Boden notwendig, der auch im Inneren nicht verschlämmt. Kalk stabilisiert den Ton-Humus-Komplex. Kalk hält die Mittel- und Feinporen durch Porenwinkelvermörtelung stabil.
Ergänzung
Auch in Versorgungsstufe C laut Bodenprobe ist eine Kalkung sinnvoll. Durch Ausfällung von Calciumcarbonat entsteht der sogenannte freie Kalk. Nicht alle Länder weisen diesen als Bedarf aus. Der Sachverhalt wird allerdings im VDLUFA bereits diskutiert. Es wird Änderungen geben.
Georg Englert
Kalkwerk Hufgard
LAD Südwest

Schreibe einen Kommentar